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IT-Top-Themen des Jahres 2019:
DSGVO weiter vorn

Wie jedes Jahr im September und Oktober hat das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini auch 2019 wieder seine IT-Trend-Studie durchgeführt. An der Befragung nahmen 108 IT-Verantwortliche von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Unter anderem stellte sich heraus, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen bereits intelligente Technologien einsetzen.

Als größten Erfolg der Digitalisierung nennen Unternehmen die Steigerung ihrer Effizienz, die Sicherung der eigenen Marktposition und die Verbesserung des Einkaufs- und Serviceerlebnisses der Kunden. Die meisten tun sich jedoch schwer damit, neue Geschäftsfelder in der eigenen oder in anderen Branchen zu erschließen. Als wichtigste Maßnahmen für den Erfolg der Digitalisierung nennen die Studienteilnehmer wie schon im Vorjahr den Aufbau interdisziplinärer Teams mit Fach- und IT-Mitarbeitern sowie die gezielte Einstellung von Mitarbeitern mit dem entsprechenden Know-how. Außerdem betrachten sie es als wichtig, die unternehmenseigenen Daten stärker zu vernetzen und zu analysieren und die Cloud-Kapazitäten auszubauen. Diese drei Punkte haben in ihren Augen an Bedeutung gewonnen.

Im Rahmen der Digitalisierung schaffen viele Unternehmen auch die Voraussetzungen für den Einsatz intelligenter Technologien, darunter Machine Learning, Bilderkennung und Natural Language Processing. Rund 70 Prozent der Befragten setzen sie bereits ein, mehr als 50 Prozent allerdings nur in geringem Umfang. Zu den knapp 19 Prozent intensiver Nutzer gehören vor allem Konzerne und größere mittelständische Unternehmen.

„Größere Unternehmen haben in der Regel gute Voraussetzungen für den Einsatz intelligenter Technologien, da sie genügend nutzbare Daten und bereits Erfahrung mit Big Data gesammelt haben“, kommentiert Dr. Uwe Dumslaff, Chief Technology & Innovation Officer bei Capgemini in Deutschland, die Ergebnisse. 

Ob intelligente Technologien eingesetzt werden, hängt laut Studie stark von der Einstellung der Fachabteilungen ab. Als Vorteil sähen diese vor allem die Möglichkeiten, manuelle Arbeiten zu automatisieren. Recht positiv bewertet wurde darüber hinaus der Technologie-Einsatz zur intensiven Datenanalyse und zur Vorhersage des Verhaltens von Kunden, Maschinen und des Marktes. Weniger Anklang finden komplexere Einsatzszenarien. Dazu gehören die Unterstützung des Kundendialogs, die Abgabe von Empfehlungen und die Überwachung des Tagesgeschäftes. Die Anwender scheinen Entscheidungen von intelligenten Technologien und ihrer Fähigkeit im Umgang mit Menschen noch kritisch gegenüber zu stehen. Wenig anspruchsvolle, wiederkehrende Tätigkeiten oder Analysen lassen sie gerne von Software erledigen, in komplexen und wenig standardisierten Situationen stufen sie die Kompetenz von Menschen derzeit höher ein.

Unternehmen, die intelligente Technologien nutzen, wollen ihren Einsatz in den nächsten zwölf Monaten ausbauen. „Wer bereits Erfahrung mit intelligenten Technologien hat, stuft sie als Innovationsmotor seiner Branche ein und ist überzeugt davon, mit ihrer Hilfe Wettbewerbsvorteile zu erzielen“, erklärt Thomas Heimann, Business Architect Director bei Capgemini und Co-Autor der IT-Trends-Studie. „Nach Meinung vieler Studienteilnehmer wird sich der internationale Wettbewerb durch den Einsatz intelligenter Technologien in den nächsten drei Jahren erheblich verschärfen.“

Das wichtigste Thema des Jahres ist die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Obwohl sie bereits seit Mai 2018 in Kraft ist, wurde sie erst von rund 53 Prozent der Studien-Teilnehmer komplett umgesetzt. Etwas mehr als ein Viertel arbeitet noch daran; jedes zehnte Unternehmen ist bislang über die Planung nicht hinausgekommen. Die Plätze zwei bis fünf auf der Liste der wichtigsten Themen belegen mit Privacy by Design, Multi-Faktor-Authentifizierung, BYOx-Security und Security-Automation ausschließlich Sicherheitsthemen.