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Gründerstipendium 2016: Jetzt bewerben

Bis zum 30. November 2015 läuft die Bewerbungsphase für das Gründerstipendium 2016. Joachim Ortmanns, Geschäftsführer des Mediengründerzentrums NRW und selbst Gründer (Lichtblick Film), erklärt, was Bewerber wissen müssen.

 

Wer kann sich bei Ihnen bewerben?

Wir wenden uns in allererster Linie an Produzentinnen und Produzenten von „Inhalten“ oder neudeutsch „Content“, die sich entschieden haben, im Bereich Film, TV, Neue Medien oder Games ein Unternehmen zu gründen. Das sind zumeist Hochschulabsolventen, aber es ist auch möglich, dass sich Quereinsteiger mit praktischer Erfahrung um ein Stipendium bewerben. Eine wesentliche Voraussetzung für alle potenziellen Stipendiaten ist, dass sie eine Geschäftsidee haben, die tragfähig ist und sich am Markt behaupten kann. Wer etwas plant, das bereits in großer Zahl im Markt existiert, hat bei uns keine Chance. Es sei denn, er verspricht nachvollziehbar eine besondere Qualität.

 

Die Stipendiaten erhalten nicht nur einen Betriebsmittelzuschuss über 10.000 Euro, sie werden auch ein Jahr lang intensiv beraten und gecoacht und besuchen Seminare. Was lernen sie da? 

Man kann das Seminarprogramm grob in drei Teile unterteilen. Der erste hat sehr viel mit Betriebswirtschaft zu tun, mit Steuern, mit Recht, mit Buchhaltung, mit Versicherungen. Man wird als Jungunternehmer ja beispielsweise schneller ein Arbeitgeber, als man denkt, und ganz schnell gerät man in die Pflicht, Geld an die Künstlersozialkasse zu überweisen oder Sozialversicherung abzuführen. Auch wenn man klein anfängt, ist man rasch mit bestimmten Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten konfrontiert. Und die meisten, die sich hier bewerben, haben nicht das dafür notwendige Know-how. Über das Seminarprogramm hinaus bieten wir dazu ein persönliches Coaching und ein Mentorenprogramm an.

 

Was geschieht im zweiten Teil?

In dem geht es um die verschiedenen Geschäftsfelder der Medienbranche in Nordrhein-Westfalen, und zwar interdisziplinär. Das heißt, dass Gamer und TV-Produzenten dieselben Seminare besuchen. Innerhalb eines Jahres sollen alle Stipendiaten in möglichst viele Bereiche der Medienproduktion hineinschauen, Zusammenhänge verstehen, Menschen kennenlernen, sich auch untereinander vernetzen. Oft stellen Stipendiaten fest, dass andere Firmen das eigene Profil sehr gut ergänzen, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Da entstehen sehr schnell spannende Synergien, auch über die Jahrgänge hinaus. Im dritten Teil schließlich steht die Verwertung von Inhalten im Mittelpunkt. Wie kann ich Erlöse schaffen, was sind die Zukunftsmärkte, was die Zukunftstechnologien?

 

Das geht ja dann über die Content-Produktion hinaus...

Wenn sich jemand mit einem Businessplan bewirbt, der neue Vertriebsmöglichkeiten verspricht: Das würde uns durchaus interessieren. Wir hatten eine Stipendiatin, die mit entsprechender Vorerfahrung den Bereich Weltvertrieb mit Schwerpunkt dokumentarische TV-Formate als Geschäftsmodell gewählt hatte. Uns war klar, das gehört unbedingt dazu, denn was nützt der schönste Inhalt, wenn er nicht in die Welt geschickt wird? Und sie ist damit erfolgreich.

 

Welche anderen Erfolgsgeschichten gab es denn in den vergangenen Jahren?

Da fällt mir die Auswahl schwer. Über 90 Prozent unserer Unternehmen sind erfolgreich im Markt aktiv, und wir erfahren immer wieder von Preisen und Auszeichnungen. Das freut uns natürlich sehr! Eine besondere Erfolgsgeschichte schreibt sicherlich die Bild- und Tonfabrik (btf) hier in Köln, die unter anderem das „Neo Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann produziert. Ihre Gründer haben 2012 das Stipendium absolviert und sehr schnell angefangen, seriell zu produzieren. Dadurch sind überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze entstanden. Aber wie gesagt, es gibt viele Erfolgsgeschichten. Unser Ziel ist, dabei zu helfen, Unternehmerpersönlichkeiten zu entwickeln, die in einem höchst dynamischen Markt nachhaltig bestehen können. Und das funktioniert!

 

Wie bewerten Sie die Rahmenbedingungen für Gründer in Köln?

Ich halte die Bedingungen hier für sehr gut. Gerade die rechte Rheinseite entwickelt sich zu einem Hotspot für neue Unternehmen. Für Gründer stellt sich ja immer wieder die Frage: Kann ich überhaupt ein Büro finanzieren? In Köln funktioniert das vor allem auf ehemaligen Industrieflächen ausgezeichnet. Es tun sich auch immer wieder Gründer zusammen und bilden Bürogemeinschaften. Die unterschiedlichen Institutionen und Initiativen befördern eine Gründer-Kultur, die beste Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Geschäftsideen bietet.

 

Weitere Informationen unter: www.mediengruenderzentrum.de

 

Stand: Oktober 2015