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„Wir werden noch schlagkräftiger“

Der führende europäische Online-TV-Sender, Mediakraft Networks, hat seine Zentrale nach Köln verlegt. Ein Gespräch mit dem Chief Financial Officer Constantin Stammen über die Gründe für diese Entscheidung und über die Gegenwart und Zukunft des Mediums Online-Video.

Wie erklären Sie jemandem, der sich mit dem Geschäftsfeld YouTube nicht auskennt, was Sie machen?

Mediakraft Networks ist ein Online-Video-Netzwerk. Wir produzieren und vermarkten Content aus den Bereichen Unterhaltung, Information, Lifestyle, Gaming sowie Urban Culture. Diesen produzieren wir in unseren eigenen Studios teils selbst, teils unterstützen wir Künstler bei ihren Produktionen. Insgesamt erreicht Mediakraft Networks auf unterschiedlichen Plattformen wie YouTube, Spotify und Facebook täglich durchschnittlich 1,8 Millionen Zuschauer aller Altersgruppen sowie monatlich über 600 Millionen Videoabrufe.

Warum haben Sie Ihre Zentrale nach Köln verlagert und was genau planen Sie hier?

Köln war schon immer unser bedeutendster Standort und wird zukünftig auch Sitz der Gesellschaft. Indem wir sämtliche Management-Funktionen hier konzentrieren, werden wir noch schlagkräftiger und bauen unseren Service für Künstler und Werbekunden weiter aus. Außerdem verfügen wir über Sales- und Produktions-Niederlassungen in Hamburg und Berlin sowie Tochtergesellschaften in Warschau und Istanbul.

Was zeichnet Köln als Standort aus?

Köln ist eines der beiden bedeutendsten Zentren der deutschen YouTube-Szene, weshalb mehrere große Online-Video-Netzwerke hier ihren Sitz haben. Außerdem sind hier große TV-Sender ansässig. Das ermöglicht spannende Kooperationen. Fernsehen und das neue Medium Online-Video können sich hier gegenseitig befruchten, um mit neuen Gesichtern und Formaten jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Ist YouTube ein Medium allein für die junge Zielgruppe?

Es stimmt, ein Schwerpunkt der Altersverteilung liegt heute bei den 13- bis 23-jährigen Zuschauern, welche das klassische Fernsehen immer weniger erreicht. Aber wir haben auch sehr erfolgreiche Kanäle, die einen höheren Altersschnitt haben, beispielsweise unsere Geschichtsdokumentation The Great War, die jede Woche über die Ereignisse vor genau hundert Jahren im ersten Weltkrieg berichtet. Oder unser YouTube-Kanal DieFilmfabrik, die jede Woche Kinonews, Kritiken und Filmspecials sendet.

Wie sehen Sie die Zukunft von YouTube und vergleichbaren Kanälen?

Sicherlich wird Online-Video in den nächsten Jahren zunehmend ältere Zielgruppen erschließen. Außerdem werden sich neben YouTube weitere erfolgreiche Video-Plattformen etablieren. So haben wir bereits eine erfolgreiche Kooperation mit Spotify gestartet. Und auch Facebook steigt jetzt in die professionelle Video-Vermarktung ein.

Welche Auswirkungen wird das auf das Medium Fernsehen haben?

Es gibt keine Anzeichen, dass diejenigen, die heute YouTube dem Fernsehen vorziehen, in einigen Jahren wieder auf den TV-Schirm zurückschalten. Im Vergleich zu den 70er Jahren hat das Fernsehen durch die Vielzahl an Spartenkanälen längst seine Lagerfeuer-Rolle verloren. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Dazu wird die Vielfalt der Inhalte auf Online-Video-Plattformen zwangsläufig beitragen. Selbst einen Bedarf, den früher das WDR-Schulfernsehen abdeckte, kann Online-Video heute mit Angeboten wie www.thesimpleclub.tv viel besser bedienen.

 

Weitere Informationen: www.mediakraft.de

 

Stand: Mai 2016