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JIM-Studie: Netflix und Co. legen weiter zu

Der Siegeszug von Netflix und Co. bei den Jugendlichen hält an. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie 2018. Demzufolge schaut die Hälfte der Zwölf- bis 19-Jährigen regelmäßig Sendungen, Serien und Filme bei Netflix (47 %), jeder Fünfte nutzt Amazon Prime Video (22 %). Damit hat sich der Anteil regelmäßiger Netflix-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2017: 26 %). Weiterer Gewinner bei den Jugendlichen ist Spotify, erstmals verzeichnet die Musiknutzung über Spotify einen höheren Anteil regelmäßiger Nutzer als die Musiknutzung live im Radio. 

Seit 20 Jahren untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) mit der JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) den Medienumgang von Jugendlichen in Deutschland. Im Rahmen der JIM-Studie 2018 wurde auch das Vertrauen in Nachrichtenangebote untersucht. Hierbei konnten die Jugendlichen verschiedenen Nachrichtenangeboten Schulnoten in Bezug auf ihre Vertrauenswürdigkeit geben. Die Tagesschau bzw. die Tagesthemen der ARD genießen bei Jugendlichen das höchste Vertrauen, 84 Prozent der Jugendlichen haben die Note sehr gut oder gut vergeben. An zweiter Stelle folgt mit 77 Prozent das Angebot regionaler Print-Tageszeitungen bzw. öffentlich-rechtliche Radiosender (75 %). Der tagesaktuellen Berichterstattung des ZDF (Heute bzw. Heute Journal) schenken 71 Prozent der Befragten ihr Vertrauen. Focus online und Spiegel online bewegen sich bei dieser Beurteilung im Mittelfeld, jeweils die Hälfte der Jugendlichen bewertet diese Angebote mit der Note sehr gut oder gut. 

Die Studie ergab ebenfalls, dass sich fast alle Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren mehrmals pro Woche mit Internet und Smartphones beschäftigen. Die Reichweiten von Handy und Internet sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben und liegen jetzt bei 97 Prozent mehrmaliger Nutzung pro Woche. Fernsehen wird von 73 Prozent der Jugendlichen mehrmals pro Woche geschaut, Radio kommt auf 70 Prozent.

Die Reichweite der Medien spiegelt sich auch beim Besitz von Geräten wider. So verfügen 97 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren über ein eigenes Smartphone. 50 Prozent der Jungen und Mädchen besitzen einen eigenen Fernseher, 45 Prozent ein Radio. Der Besitz von eigenen Computern oder Laptops ist deutlich zurückgegangen. 2017 besaßen 65 beziehungsweise 72 Prozent der Jugendlichen einen eigenen Computer oder Laptop. 2018 waren es nur 31 beziehungsweise 53 Prozent. Auch Tablets werden nur von einer kleinen Gruppe genutzt (25 Prozent). 

Die Studienreihe JIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2018 telefonisch befragt.

Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2018 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar.